Dieser Aufsatz ist zum Zeitpunkt eines entscheidenden Einschnitts in der nordischen Geschichte entstanden: Während Finnland und Schweden zum Januar 1995 der Europäischen Union (EU) als Vollmitglieder beitraten, verblieben Island und Norwegen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Zur gleichen Zeit wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, welche die Form der nordischen Zusammenarbeit im allgemeinen und die zukünftige Rolle des Nordischen Rates im besonderen erörtern sollte. Nach Norwegens „Nein“ im Referendum über die EU-Mitgliedschaft ist die nordische Einheit gefährdet; umgekehrt aber ist Dänemark nicht mehr länger der alleinige nordische Brückenkopf zur EU. Von den autonomen Gebieten treten die Aland Inseln der EU bei, wohingegen die Faröer-Inseln und Grönland Nichtmitglieder bleiben. Der Nordische Rat, mit dem sich der vorliegende Beitrag beschäftigt, umfaßt die genannten fünf nordischen Staaten und drei autonomen Gebiete; seine transnationale parlamentarische Versammlung wurde 1952 als Forum für die Kooperation zwischen den Parlamenten und Regierungen eingerichtet.